Monatsarchiv für Dezember 2010

Macht des Unterbewußtseins! 29. Dezember 2010

Auf Wunsch meines Mannschaftskollegen Patrick Gässler schreibe ich diesen Blockeintrag. Er hat mich gestern daran erinnert, dass ich schon seit fast zwei Wochen nichts geschrieben habe :-)

Das Unterbewußtsein ist sehr mächtig. Wer sein Unterbewußtsein für sich zu nutzen weiß, ist im Vorteil. Alle Informationen, Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet der Mensch mit Hilfe seines Unterbewußtseins und speichert die Eindrücke ab und leitet eventuell Handlungsmuster bzw. Verhaltensregeln davon ab. Folgende zwei Beispiele illustrieren die Wirkungsweise des Unterbewußtseins sehr gut.

Während meines Mathe-Studiums konnte ich trotz größter Bemühung :-) gewisse Dinge auch nach mehrerm Lesen und Durcharbeiten einfach nicht verstehen. Dadurch, dass ich mich intensiv damit beschäftigte, dachte ich auch nachts während meines Schlafes darüber nach. Sehr oft (nicht immer :-) ) gelang es mir, die Zusammenhänge mit Hilfes meines Unterbewußtseins im Schlaf zu verstehen.

Ein zweites Beispiel ist: Ich habe nun seit nunmehr fast 20 Jahren den Autoführerschein und schon etliche tausend Kilomter Autofahrten hinter mir. Manchmal passiert es mir, dass ich ins Auto steige, an mein Ziel fahre und mich nicht mehr bewußt an die Autofahrt erinnern kann. Die ganze Strecke bin ich im Autopilotenmodus gefahren.

Was bedeutet das ganze nun? Wie kann ich das für mich nutzen?

Der Mensch erarbeitet sich durch Training Fähigkeiten und Verhaltensmuster. Diese werden in das unbewußte Handeln – egal ob positiv oder negativ – mit aufgenommen und sie sind nicht mehr so leicht zu ändern. Man kann aber im Gegenzug in Stresssituationen sicher auf diese Handlungen zurückgreifen. Das gibt einem Sicherheit.

Das Unterbewußtsein muß mit vielen Informationen gefüttert werden. Es lohnt sich neugierig und experementierfreudig zu sein und immer wieder neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. Nur dann entstehen eventuell neue und stabilere Fähigkeiten. Ist das Unterbewußtsein stabil und mächtig, so kann man seine Aufmerksamkeit besser auf neue und herausfordernde Themen richten.

Patrick, ich hoffe der Text ist in deinem Sinne und du kannst etwas im Squash damit anfangen. :-)

Kroatischer Meister!!! 20. Dezember 2010

Am vergangenen Wochenende bin ich kroatischer Meister geworden, bei den Herren wohlbemerkt, nicht bei den Senioren. Das bedeutet mir sehr viel!!! Als ich vor 15 Jahren mit Squash begonnen habe, hätte ich mir das nie erträumen lassen. Ich bin einfach nur stolz und kann heute sagen, jede Minute, die ich im Squash investiert habe, war eine erfolgreiche Investition. Den ganzen Beitrag lesen »

Heuristiken! 15. Dezember 2010

Ich habe vor kurzem einen interessanten Artikel über ‘wie trifft man Entscheidungen?’ gelesen. Schätzt man wirklich für jede mögliche Handlungsalternative Wahrscheinlichkeit und Nutzen ab, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen oder ist weniger Suche, weniger Information für die Entscheidungsfindung besser? Eine hoch interessante Frage. Im Folgenden habe ich die beiden Kernaussagen zusammengestellt, die insbesondere auch für einen Sportler nicht ganz uninteressant sind.

Die erste These des Artikels war, einfache Heuristiken können Probleme oft schneller und besser lösen als komplexe Strategien!!! Folgendes Beispiel erklärt diese These ganz gut. Wie fängt man eigentlich einen Ball? Die meisten Sportler würden wahrscheinlich antworten: Intuitiv!.

Würde man mathematisch an das Problem herangehen, so müßte man eine Menge Parameter beachten wie z.B. Distanz, Flugbahn, Winkel, Luftwiderstand, Geschwindigkeit … die Liste kann man sicherlich noch eine Weile fortsetzen. Die beste Lösung zu berechnen, wäre nicht rationell, da dies, wenn überhaupt möglich, viel zu lange dauern würde.

Also bedient man sich einfacher Heuristiken bei der Lösung des Problems. Eine Heuristik ist eine Strategie, die mit wenig Informationen arbeitet und den Rest ignoriert. Im Falle unseres Beispieles wäre dies: Fixiere den Blick, beginne zu laufen und passe die Laufgeschwindigkeit so an, dass der Blickwinkel konstant bleibt. Der Blickwinkel ist der Winkel zwischen Auge und Ball im Verhältnis zum Boden. Der Vorteil der sogenannten Blickheuristik ist offensichtlich. Das Problem lässt sich bei entsprechendem Training innerhalb weniger Sekunden lösen und ist ‘sparsam’, weil es mit wenigen Informationen auskommt.

Die zweite These war: Ignoranz kann nützlich sein!!! Intuitiv unterstellt man in der Regel, je mehr Wissen, desto besser. Folgendes Beispiel erklärt, warum zumindest partielle Ignoranz doch ganz gut sein kann. Welche Stadt hat mehr Einwohner – San Diego oder San Antonio? Diese Frage ließ man amerikanische und deutsche Staatsbürger beantworten. Dabei war das Ergebnis erst einmal überraschend. Nur 2/3 der Amerikaner wußten die richtige Antwort, aber 100% der befragten Deutschen antworteten korrekt.

Die Erklärung ist simpel. Die Deutschen verwendeten eine schnelle Heuristik bei der Lösungsfindung, die sogennante Rekognitionsheuristik, während die Amerikaner mit ihrem wahrscheinlich nicht ausreichendem Wissen :-) die Frage beantworten wollten. Die einzige Voraussetzung für das Anwenden der Rekognitionsheuristik ist partielle Ignoranz und diese funktioniert wie folgt: Wenn der Name eines von zwei Objekten erkannt wird, der andere aber nicht, dann schließe daraus, dass das bekannte Objekt den höheren Wert im Kriterium hat.

Wie gesagt, ein hoch interessanter Aspekt. Ich bevorzuge allerdings die Strategie der Wissensanreicherung und nicht den Weg mit dem Mut zur Lücke :-)

Lernen aus Fehlern 9. Dezember 2010

Vor kurzem habe ich ein hoch interessantes Buch (Management of the Absurd, Paradoxes in Leadership von Richard Farson) gelesen. Der Autor ist sehr provokativ in seinen Thesen. Der Ansatz von Farson ist thinking outside the box und kann den Horizont bei entsprechender Bereitschaft für neue Aspekte öffnen.

Eine These hat mich besonders zum Nachdenken angeregt: “Ein Mensch lernt nicht aus seinen eigenenen Fehlern, sondern lediglich aus den eigenen Erfolgen und den Fehlern anderer.” Diese These stellt unser landläufiges Denken komplett auf den Kopf.

Was würde das denn nun bedeuten? Macht man wirklich immer wieder die selben Fehler? Ein Erklärungsansatz könnte sein: Jeder Mensch hat sich im Laufe seines Lebens Handlungs- und Verhaltensmuster angeeignet, die durch entsprechendes Training stark automatisiert sind. Falls diese nun fehlerhaft sind, werden diese in Stresssituationen am Bewußtsein vorbei abgerufen. Als Sportler kann ich diesen Effekt bestätigen!

Warum lernt man den aus Fehlern anderer besser? Eine mögliche Erklärung aus meiner Sicht wäre: Falls ich als aussenstehende Person fehlerhaftes Verhalten beobachte, reflektiere ich aufgrund der visuellen Beobachtungen besser und kann mich dadurch leichter davon distanzieren. Nach dem Motto: Den Fehler mache ich garantiert nicht.

Warum lernt man aus Erfolgen besser als aus Fehlern? Wenn man Erfolg hatte, hat man ja bereits vieles oder alles richtig gemacht. Das beim Erfolg verwendete Handeln hat man ja dann auch schon parat. Man muß es nur noch wiederholen. Nach dem Motto: Ein schon einmal erbrachtes Handlungsmuster ist leichter zu wiederholen, als ein persönlich bisher noch nicht erlebtes Handlungsmuster zu entdecken.

Meines Erachtens können Fehler nur dann abgestellt werden, wenn man sich ausreichend genügend Zeit für die Analyse gibt und sich dabei ausführlich mit sich selber beschäftigt.

Selbsteinschätzung! 2. Dezember 2010

Wie wichtig eine realistische Selbsteinschätzung ist, möchte ich im folgenden darstellen. Hierzu ein paar Gedanken:

Es ist absolut frustrierend, wenn man auf einen für sich zu hohen Level Wettkämpfe bestreitet. Ständige Niederlagen kratzen am Selbstbewußtsein und ohne Selbstbewußtsein wird man nie sein volles Potential entfalten können. Den ganzen Beitrag lesen »