Was für ein Jahr 2011 für mich!!! Baby, Haus, Nationalmannschaft, Job – alle herausfordernden Ziele unter einen Hut bringen, das war die Monsteraufgabe in 2011 für mich. Obwohl es teilweise sehr anstrengend war, habe ich die Herausforderungen genossen und auch meines Erachtens gut gemeistert. Zum Sportlichen: Zunächst habe ich mich schweren Herzens entschlossen, keine deutsche Rangliste mehr zu spielen. Damit wird mein Ziel Top10 in Deutschland wohl unerreicht bleiben.
Stattdessen bin ich zu neuen Ufern aufgebrochen. Mittlerweile spiele ich die Balkan Turnierserie in den Ländern Serbien, Slowenien und Kroatien. Die ersten beiden Turniere habe ich gewonnen. Außerdem bin ich vor kurzem zum zweiten Male kroatischer Meister geworden.
Irgendwie habe ich durch diese neuen Herausforderungen meinen zweiten (oder dritten) Frühling gefunden.
Motivation und Hunger auf Wettkampf sind immer noch da (leider, aus der Sicht meiner Frau). Mit 38 (hexadezimal: 26) kann man nicht mehr langfristig sportlich planen. Da gibts maximal eine Jahresplanung und man entscheidet von Jahr zu Jahr, ob man weitermacht oder nicht. Für das 1.HJ 2012 habe ich mich entschieden. Ich werde die vier restlichen Balkanturniere spielen (Ergebnisse kann man bei mir immer in Facebook verfolgen – fast live
), und natürlich noch einmal versuchen, zum dritten Male hintereinander kroatischer Meister zu werden. Außerdem werde ich mit der Nationalmannschaft versuchen in die zweite Division aufzusteigen. Dieses Jahr findet das Turnier in Malta statt – die Location gefällt mir leicht besser als Nürnberg
.
Zunächst einmal stehen aber Familie und Haus für den Rest des Jahres absolut im Fokus. Außerdem muß ich meine Batterien aufladen, da mein Akku mit 38 nicht mehr der Schnellste ist. Auf ein erfolgreiches 2012!!! Wünsch euch allen frohe, besinnliche Weihnachten und ein rauschendes Neujahrsfest! Prost, bis die Tage!
Die Gedanken einfach so vorbeiziehen zu lassen und dabei keine pro und contra Liste aufzustellen, sich nur auf den Atem zu konzentrieren, zu spüren wie sich der Bauch mit Luft füllt und wieder entleert, das ist für mich Meditation
Ist doch was für alte und kranke Leute, oder? Ich will doch lieber was erleben, mich mit Adrenalin vollpumpen, permanent neue Erfahrungen sammeln, auf den Atem zu hören, ist Zeitverschwendung, ich kann doch atmen. Ist das wirklich klug???
Stille im Kopf ist was Angenehmes. Die Fähigkeit nicht jedem Gedanken zwanghaft hinterher zu springen, ist erstrebenswert. Sich im wahrsten Sinne des Wortes in Gedanken zu verlieren, ist anstrengend und kraftraubend.
Im Sport ist nicht nur entscheidend sich schnell körperlich zu erholen, sondern meines Erachtens fast noch wichtiger mental und geistig frisch zu sein. Da man täglich eine Unmenge von Eindrücken zu verarbeiten hat, ist es doch auch notwendig, dass man auch Methoden zur geistigen Entspannung hat. Sich nur auf den Atem zu konzentrieren und die Gedanken vorbeiziehen zu lassen, ist dabei meines Erachtens eine gute und wirkungsvolle Methode.
Das ganze hört sich einfacher an, als es in Wirklichkeit ist. Einfach ausprobieren und selber seine Erfahrungen machen. Und wie bei vielen Dingen im Leben, regelmäßiges Training ist das Entscheidende!
… wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm. So, dann frage ich einfach beim Squash immer warum – mal schauen wohin ich gelange und was ich erfahre
Warum spiele ich Squash? Squash ist für mich die perfekte Mischung aus körperlicher Anstrengung und geistiger Handlungsschnelligkeit. Warum brauche ich geistige Handlungsschnelligkeit? Innerhalb kurzer Zeit muss ich die Entscheidung treffen, wohin ich den Ball spiele. Warum muss ich das wissen? Weil ich den Punkt machen will und dazu muss ich auch wissen, wo der Gegner steht. Warum will ich den Punkt machen? Damit ich das Spiel gewinne. Warum will ich gewinnen? Der Sieg ist mir wichtig. Warum ist der Sieg mir wichtig? Ich bin dann stolz auf mich, weil ich was erreicht habe. Warum bin ich stolz auf mich? Ich bekomme gesellschaftliche Annerkennung und freue mich darüber. Warum brauche ich Annerkennung? Ich fühle mich gut und wichtig. Warum will ich mich gutfühlen? Das ist eines meiner Grundbedürfnisse. Warum brauche ich Grundbedürfnisse? …. Stopp, dann bleib ich halt dumm, jetzt reichts, man sollte auch nicht zu viel fragen!
=> Squash = mein Grundbedürfnis (q.e.d)
Mit Hilfe der Sesamstrasse kann man also den Satz von Fistonic Squash = mein Grundbedürfnis beweisen.
Puh, die Fragen sind ganz schön fordernd. Und was man da alles so herausfindet und sich bewusst macht und das nur wegen der Frage warum spiele ich Squash – beeindruckend!!! Ich hätte niemals gedacht, dass die Sesamstrasse eine philosophische Sendung für Kinder und Erwachsene ist
Hier ein kurzer Gedanke dazu:
Der Mensch sammelt eine Menge von Zielen und Wünschen in seinem Kopf an. Dies könnten z.B. sein: Ich will mit meinen Freunden Zeit verbringen, Spass haben, was erleben, ich will im Squash erfolgreich sein, ich will ein erfolgreiches Studium absolvieren und berufliche Karriere machen, ich will Geld verdienen, um mir ein luxuriöses Leben zu finanzieren, ich will eine Weltreise machen, ich will Abenteuer …
Die Ziele und Wünsche kommen irgendwie alle in den Kopf rein und es stellt sich die Frage, wie man damit umgehen soll. Folgender Weg war für mich bisher immer hilfreich: Als erstes überprüfe ich die in meinem Kopf vorhandenen Ziele bewußt und ausführlich. Dabei helfen mir folgende Fragestellungen: Wie kommen die Ziele eigentlich in meinen Kopf? Sind diese Ziele wirklich wichtig für mich und warum? Welchen ‘Preis’ bin ich bereit dafür zu bezahlen? Wie priorisiere ich die Ziele? Wie trenne ich mich von weniger wichtigen Zielen? Diese Fragen haben alle eines gemeinsam: Sie sorgen dafür, dass ich genau herausfinde, was ich eigentlich will. Dieser mentale Prozess ist sehr anspruchsvoll. Wirklich zu wissen, was man will, ist leichter gesagt als getan – aber dennoch machbar!
Wenn ich meine individuellen attraktiven Ziele gefunden habe, dann versuche ich diese konsequent mit professionellem Zeitmanagement zu erreichen. Dabei ist primär für mich wichtig, dass ich durch geschickte Organisation und Planung für jedes Ziel ausreichend Zeit zur Verfügung stelle. Mit viel Disziplin wird das Ziel konsequent verfolgt und der Erreichungsgrad beharrlich verbessert. Die Zeitplanung wird in einer Art lernendem System iterativ angepasst und verbessert.
Fazit des Gedankens: Ich muß wissen was ich will und brauche bei der Zielverfolgung eine Menge Disziplin!!!
Sitze am Flughafen in Warschau und lass die EM noch einmal Revue passieren. Mein persönliches Gesamtfazit: Schön war’s und ich war mit dem 15 Platz am Ende mehr als zufrieden.
Vor allem die Erfahrung in einem riesigen Shoppingcenter Squash zu spielen, hat mir sehr gut gefallen. Da macht das ganze dann auch sofort mehr Spaß, weil eine Menge Publikumsverkehr herrscht. Eine hervorragende Möglichkeit seine Sportart würdig zu vermarkten.
Dann hatte ich auch noch die Ehre im Achtelfinale auf Glascourt gegen Thierry Lincou (Fra) zu spielen. Lincou hat alles in seiner Karriere erreicht – Weltranglistenerster, Weltmeister, Europameister… Ich habe mich, wie ich finde, gut verkauft und immerhin ein paar Punkte auch selber herausgespielt
Das Männerfinale war beeindruckend. Da sieht man ganz deutlich, wie viel Arbeit man erbringen muss, um solche Leistungen abzurufen. Gaultier’s Schnelligkeit und Lincou’s Drop unglaublich gut.
So, Flieger wartet. Bis dann!!!
Die letzte Woche war ich das erste Mal mit der kroatischen Nationalmannschaft unterwegs. Das war eine ganz neue und spannende Erfahrung für mich.
Ich habe es sehr genossen und insgesamt eine – wie ich finde
– sehr starke Leistung abgeliefert. Ich konnte den norwegischen, polnischen und griechischen Meister schlagen
Vor allem gegen Kalaitzis habe ich sehr stark gespielt und im Eröffnungsmatch gegen Griechenland mit 11:4, 11:5, 11:1 gewonnen. Leider haben wir gegen die Griechen im Viertelfinale, obwohl unser Vierer schon 2:0 vorne war, noch unglücklich verloren und sind schlussendlich 5-ter geworden.
Somit haben wir die Quali für die 2.Division verpasst. D.h. wir reisen nächstes Jahr nach Malta statt nach Deutschland
Ich habe aber auch erfahren, dass gegen einen Top 80 Spieler die Trauben ganz schön hoch hängen. Obwohl ich mir den Arsch aufgerissen habe und nicht schlecht gespielt habe (haben mir zumindest alle inklusive Gegner bescheinigt) konnte ich gegen Bradley Hindle nichts ausrichten. Nach 45 Minuten habe ich 2:11, 6:11, 6:11 verloren. Er ist einfach zu gut gewesen für mich.
Ich freue mich auf die internationalen Vergleiche sehr und hoffe mein Körper kann noch einige Zeit auf diesen Niveau mitgehen. bis dann!!!
Am letzten Februarwochenende war ich in Kroatien und habe bei einem internationales Squashturnier in Zagreb mitgespielt und dieses gewonnen. Ich konnte mich im Halbfinale und Finale gegen die Slowenen Rozle Langus und Martin Mosnik jeweils mit 3:0 behaupten.
Vergangenes Wochenende war ich dann in Luxembourg. Dort war das Feld sehr stark besucht – unter anderem spielten Olli Touminen und Hisham Ashour mit. Ich verlor nach sehr gutem und überraschend ausgeglichenem Spiel gegen Shaun le Roux (PSA 89) 1:3 (11:8, 5:11, 9:11, 8:11) im Viertelfinale. Ich konnte leider eine 9:8 Führung zur möglichen 2:1 Führung im dritten Satz nicht ins Ziel bringen. In dem Platzierungspiel um Platz 5 verlor ich gegen Jethro Binns 11:9, 13:11, 14:12 und konnte dabei mehrere Satzbälle nicht verwerten.
Dennoch bin ich sehr zufrieden mit meinen gezeigten Leistungen. Folgende Erkenntnisse habe ich für mich gewonnen. Egal wie alt man ist, Verbesserung ist immer möglich. Man muß nur die richtigen Spiele und Wettkämpfe haben und sich an das nächste Level herankämpfen. Fortschritt ist abhängig von der richtigen Belastung! Neue Wege und Ziele bereichern die Leistungsfähigkeit, stärken die Motivation und geben neue Impulse.
In den nächsten Wochen stehen bei mir eine Menge internationale Turniere an. Auf diese werde ich mich gut vorbereiten und blicke diesen mit Freude entgegen. Mal schauen wie sich meine Leistung weiter entwickelt!!!
Heute möchte ich über das lesenswerte Buch von Hubert Schwarz ‘Aus eigenem Antrieb schreiben’
Die Leistungen von Hubert Schwarz sind beeindruckend. Race Across America – 5000Km so schnell wie möglich quer durch Amerika mit dem Rad oder in 80 Tagen um die Welt und dabei ca 25.000 KM radeln.
Um so etwas leisten zu können, muß man nicht nur den Körper haben, es sind herausragende mentale Fähigkeiten erforderlich.
Besonders beeindruckt hat mich, wie er es immer wieder schafft die Zweifel, negative Gedanken von sich fernzuhalten. Er identifiziert sich dabei durch und durch mit seinen Zielen. Egal ob Schmerzen oder Langeweile auftauchen, er schafft es immer wieder mental, diese Gedanken zur Seite zu schieben und sein Ziel nie in Frage zu stellen.
Bei solchen Vorhaben muß man immer mit dem Unvorhergesehen rechnen. Stellt man sich darauf ein, ist man nicht überrascht und geknickt, wenn es dann eintritt. Vielmehr ist man so gut es geht darauf vorbereitet und kommt mit unbedingtem Willen aus diesem Tal heraus. Bei 25000 km Radfahren wird höchstwahrscheinlich aber auch was unvorhergesehenes passieren.
Durch Training erreicht man einen hohen Automatisierungsgrad seiner Fähigkeiten. Dies ist auf der einen Seite unbedingt erforderlich, aber auf der anderen Seite wird man mental faul. Durch immer wiederkehrendes Training gelangt man in eine mentale Komfortzone. Die Gefahr ist groß, dass man in kritischen Situationen sich nur auf seine Automatisierung verlässt und nicht mental wach ist, um eine bessere Leistung abzurufen.
Dies war lediglich eine kurze Zusammenfassung des Buches. Für mich erhält das Buch das Prädikat absolut lesenswert und kurzweilig.
Visualisieren ist für eine optimale Wettkampfvorbereitung eine sehr hilfreiche mentale Technik. Dabei kann jeder Sportler sein eigenes Drehbuch beschreiben. Je mehr Details und positive Bestärkungen, desto besser. Im Folgenden möchte ich ein kurzes Drehbuch beschreiben, um zu zeigen, wie das ungefähr aussehen könnte:
“Als ich die Anlage betrete, spüre ich, wie aufgeregt ich bin. Heute ist ein wichtiger Tag für mich. Dafür habe ich unzählige Stunden trainiert und ich werde alles geben. Ein paar Gespräche hier und da. Ein bißchen Lachen, den mentalen Druck wegnehmen, bevor meine Vorbereitung beginnt.
Mit dem Umziehen beginnt meine Wettkampfvorbereitung. Unzählige Mal habe ich diese Prozedur durchlaufen. Das gibt mir halt. Ich betrete den Court und schlage auf den Ball. Der Knall beruhigt mich und ist so gewohnt für mich. Ich versuche mein Schlaggefühl zu finden. Ich habe keine Zweifel, ich beherrsche alle Schläge.
Mein Körper erwärmt sich langsam. Ich spüre den Puls. der Schweiß läuft. Ich fühle mich wohl. Alles ist gut und ich bin überzeugt, dass ich heute gewinne. Noch ein letztes Mal sich zurückziehen. Ruhe vor dem Sturm, in den Tunnel gehen und mit Spannung auf den Start warten.
Ich und mein Gegner gehen auf den Court. Ich konzentriere mich auf meine Taktik, finde meine Schlaggenauigkeit, zeige Stärke und laß mich durch nichts ablenken. Ich registriere nur noch den Ball, meinen Gegner und mich. Ich sehe keine Zuschauer. Ich bin bereit…”
So ähnlich könnte euer Drehbuch für die Wettkampfvorbereitung aussehen. Probiert es mal aus! Vorsicht: Man kann kein Drehbuch eines anderen kopieren, man muß sein eigenes schreiben. Viel Erfolg dabei!!!
Heute beschäftigt mich der Gedanke, wie kann ich mich in eine positive Wachstumsspirale (Gegenteil von Teufelskreis) bringen?
Das wichtigste aus meiner Sicht ist, dass ich mir zunächst eine permanente positive Grundhaltung aneigne. Unabhängig davon, ob ich gewinne oder verliere, sehe ich in allem die Chancen, mich zu verbessern. Ich sollte bei Mißerfolgen nicht mit mir hadern und in destruktive Selbstgespräche verfallen. Jeder Mißerfolg gibt mir wichtige Informationen, die ich entschlüsseln sollte, damit ich zukünftig besser aufgestellt bin.
Der zweite wichtige Punkt ist, dass ich mein Selbstvertrauen stufenweise durch geschickt gewählte Tagesziele steigere. Diese müssen fordernd aber auch realisitsch, sowie mit Training erreichbar sein. Die Tagesziele stärken in kurzen Abständen bei Erreichung die Zufriedenheit, den Glauben an sich selber und damit das Selbstbewußtsein. Viele positive Ereignisse und eine positive Grundhaltung führen zu einer geplanten positiven Wachstumsspirale.
Problem beim Zielsetzungsprozess von Leistungssportler ist, dass es zwar oft sehr gute langfristige und mittelfristige Ziele gibt, aber Tagesziele unzureichend vorhanden sind. Damit bleiben die kleinen Erfolge aus und man verpasst die Möglichkeit sein Selbstbewußtsein täglich zu stärken.
Das Ganze mag sich zwar banal anhören, aber wer von Euch erfüllt diese Voraussetzung wirklich? Denkt mal darüber nach.