Monatsarchiv für Januar 2011

Visualisieren 23. Januar 2011

Visualisieren ist für eine optimale Wettkampfvorbereitung eine sehr hilfreiche mentale Technik. Dabei kann jeder Sportler sein eigenes Drehbuch beschreiben. Je mehr Details und positive Bestärkungen, desto besser. Im Folgenden möchte ich ein kurzes Drehbuch beschreiben, um zu zeigen, wie das ungefähr aussehen könnte:

“Als ich die Anlage betrete, spüre ich, wie aufgeregt ich bin. Heute ist ein wichtiger Tag für mich. Dafür habe ich unzählige Stunden trainiert und ich werde alles geben. Ein paar Gespräche hier und da. Ein bißchen Lachen, den mentalen Druck wegnehmen, bevor meine Vorbereitung beginnt.

Mit dem Umziehen beginnt meine Wettkampfvorbereitung. Unzählige Mal habe ich diese Prozedur durchlaufen. Das gibt mir halt. Ich betrete den Court und schlage auf den Ball. Der Knall beruhigt mich und ist so gewohnt für mich. Ich versuche mein Schlaggefühl zu finden. Ich habe keine Zweifel, ich beherrsche alle Schläge.

Mein Körper erwärmt sich langsam. Ich spüre den Puls. der Schweiß läuft. Ich fühle mich wohl. Alles ist gut und ich bin überzeugt, dass ich heute gewinne. Noch ein letztes Mal sich zurückziehen. Ruhe vor dem Sturm, in den Tunnel gehen und mit Spannung auf den Start warten.

Ich und mein Gegner gehen auf den Court. Ich konzentriere mich auf meine Taktik, finde meine Schlaggenauigkeit, zeige Stärke und laß mich durch nichts ablenken. Ich registriere nur noch den Ball, meinen Gegner und mich. Ich sehe keine Zuschauer. Ich bin bereit…”

So ähnlich könnte euer Drehbuch für die Wettkampfvorbereitung aussehen. Probiert es mal aus! Vorsicht: Man kann kein Drehbuch eines anderen kopieren, man muß sein eigenes schreiben. Viel Erfolg dabei!!!

Wachstumsspirale! 17. Januar 2011

Heute beschäftigt mich der Gedanke, wie kann ich mich in eine positive Wachstumsspirale (Gegenteil von Teufelskreis) bringen?

Das wichtigste aus meiner Sicht ist, dass ich mir zunächst eine permanente positive Grundhaltung aneigne. Unabhängig davon, ob ich gewinne oder verliere, sehe ich in allem die Chancen, mich zu verbessern. Ich sollte bei Mißerfolgen nicht mit mir hadern und in destruktive Selbstgespräche verfallen. Jeder Mißerfolg gibt mir wichtige Informationen, die ich entschlüsseln sollte, damit ich zukünftig besser aufgestellt bin.

Der zweite wichtige Punkt ist, dass ich mein Selbstvertrauen stufenweise durch geschickt gewählte Tagesziele steigere. Diese müssen fordernd aber auch realisitsch, sowie mit Training erreichbar sein. Die Tagesziele stärken in kurzen Abständen bei Erreichung die Zufriedenheit, den Glauben an sich selber und damit das Selbstbewußtsein. Viele positive Ereignisse und eine positive Grundhaltung führen zu einer geplanten positiven Wachstumsspirale.

Problem beim Zielsetzungsprozess von Leistungssportler ist, dass es zwar oft sehr gute langfristige und mittelfristige Ziele gibt, aber Tagesziele unzureichend vorhanden sind. Damit bleiben die kleinen Erfolge aus und man verpasst die Möglichkeit sein Selbstbewußtsein täglich zu stärken.

Das Ganze mag sich zwar banal anhören, aber wer von Euch erfüllt diese Voraussetzung wirklich? Denkt mal darüber nach.

Stärken und Schwächen! 10. Januar 2011

Die Stärken stärken und die Schwächen schwächen – das hört sich doch nach einer erfolgreichen Lebensformel an. Was bedeutet das nun aber konkret?

Investiert man seine ganze Energie in die Verbesserung seiner Schwächen, so wird man nicht wesentlich über das Mittelmaß hinauskommen. Viel effizienter dagegen ist es, seine Energie, beim Ausbau seiner Stärken zu investieren. Voraussetzung dafür ist aber, dass man ein realistisches Stärken- und Schwächenprofil von sich selber hat. Was ist eine Stärke?

Da ich einen mathematischen Hintergrund habe, liebe ich Formeln. Meine Definition von Stärke sieht wie folgt aus:

Stärke = Talent + Wissen + Fähigkeiten+ Motivation.

Im Folgenden beschreibe ich die vier Begriffe nach meinem Verständnis:

Talent: Lance Amstrong hat von Natur aus einen sehr hohen VO2-Max Wert, deshalb konnte er ohne Training von Anfang an hohe Leistungen erbringen. Er bringt einfach das körperliche Talent mit. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, fehlen mir z.B. die körperlichen Voraussetzungen, so bin ich – unabhängig davon wie viel ich trainiere – nicht in der Lage, Spitzenleistungen zu erbringen.

Wissen: Welche Skills benötige ich für meine Sportart? Wie kann ich mir diese aneignen? Wie funktioniert mein Körper? Wann muß ich was trainieren? Welche Ernährung brauche ich? Wie erhole ich mich? Wie kann ich mich mental auf den Wettkampf vorbereiten? … Dieses Wissen muß ich mir natürlich aneignen, um erfolgreich zu sein. Damit man sich aber nicht selber alles mühselig erarbeiten muß, ist ein erfahrener und guter Trainer sicherlich von Vorteil.

Fähigkeiten: Wenn ich theoretisch weiß, was ich zu tun habe, dann muß ich mir die erforderlichen Fähigkeiten durch Training in der Praxis aneignen. Trainiere ich richtig, so werde ich mein Können ausbauen und damit werde ich auch besser.

Motivitaion: Ich muß wissen, was wichtig für mich ist und welche Ziele ich habe. Ich muß richtig priorisieren und täglich konsequent und beharrlich an meiner Verbesserung arbeiten. Auf diesem Weg muß ich mit Rückschlägen umgehen können und mein Selbstvertrauen hoch halten. Der Wille das durchzuziehen, muß in mir drin sein. In einem Satz gesagt: Ich brauche eine hohe intrinsische Motivation.