Nachdem sich auf der squashnet-FB-Seite zwei Leser/innen bemüßigt fühlten an meinen Berichten rumzumeckern, war mir eigentlich die Lust vergangen diesen 6.Teil überhaupt noch zu schreiben.
Die squashnet-Redaktion überzeugte mich aber schließlich davon dass gerade mal 2 Meckerer bei einer dreistelligen Anzahl von Lesern doch eine gute Quote sei und man positive Resonanz von Deutschen selten bekommt, denn die deutsche Mentalität sei, nur sich mit Meckerein zu melden, aber zu schweigen, wenn es einem gefällt.
o.k., nun also zurück zum Bericht.
Im 2.Halbfinale hatte der Schirikollege einen schweren Stand mit den Spielern, die sich trotz zweifacher Aufforderung des Schiris nicht daran halten wollten dem Gegner den Weg zum Ball freizugeben bzw. auch nicht immer den Eindruck machten den Ball unbedingt spielen zu wollen und es vorzogen auf den Gegner aufzulaufen und auf eine Let-Entscheidung zu hoffen.
Naturgemäß lag der Schirikollege dann anhand des von ihm angekündigten strikten Handelns verstärkt entweder Ball-an oder kein Let zu geben, nach Meinung der Spieler und vieler Zuschauer auch das eine oder andere mal daneben, aber auch die Spieler hatten einen großen Anteil an der Sache.
Diesem Spiel hätte es sicher gut getan, wenn es im 3er-Schiri-System geschiedst worden wäre.
Beim Abendessen entschuldigten sich dann beide Spieler beim Schirikollegen und auch der OSR/Assessor gesellte sich dazu und die 4 unterhielten sich noch recht lange.
Ich vermute, dass der OSR den Spanier darauf hinwies, dass er im Finale ein saubereres Spiel der beiden Kontrahenten im Court sehen wolle.
Am Finaltag, welcher wie auch die Tage 2 und 3 mit den Spielen um 10 Uhr begann, wurden nicht mehr alle Spiele ausgetragen, da sich der/die eine oder andere Spieler/in verletzt hatte bzw. ein Spieler sogar vorzeitig abgereist war, um zu einem PSA-Turnier zu fliegen.
Dieses ergab dann doch die Möglichkeit, dass das Damen- und Herrenenspiel sowie das Spiel um Platz 3 der Herren im 3-Schiri-System ausgetragen wurde.
Als erstes berichtenswert war das Spiel um Platz 3 der Damen zwischen der Tchechin Lucie Fialova und der Schweizerin Gaby Huber-Schmohl und das gleichzeitig stattgefundene Spiel um Platz 5 der Herren zwischen dem Franzosen Gregoire Marche und dem Schweizer Nicolas Müller.
Das Spiel um Platz 3 der Damen hätte ich eigentlich schiedsen sollen, aber da mein vorheriges Spiel auf einem anderen Court zu lange dauerte, musste einer meiner Kollegen einspringen. Eigentlich sehr schade, denn das Spiel war das dramatischte Damenspiel der ganzen Veranstaltung. Fialova führte 2-0 in Sätzen, Huber-Schmohl glich aus, aber dann gewann Fialova doch nach ca. 75 Spielminuten. Auf dem anderen Court, dem man von einem “Balkon” stehend parallel dazu einsehen konnte, gestaltete sich das Spiel der Herren um Platz 5 ebenso dramatisch. Die ersten beiden Sätze teilten sich die Spieler mit 19:17 bzw. 9:11 und da war dann schon eine Stunde Spielzeit herum. Letztendlich gewann Müller dann nach geschätzt 100 Minuten.
Nach dem Spiel um Platz 3 der Damen gab es auch noch eine Ehrung für verdiente Mitglieder des finnischen Verbandes, bevor es dann mit dem Finale der Damen losging, bei dem ich rechter Seitenschiri im 3er-Schiri-System war. Das Spiel ging dann mit 3-1 Sätzen für die Französin Camille Serme gegen die Niederländerin Natalie Grinham ohne Probleme für uns Schiris über die Bühne.
Parallel zum Damenfinale fand das Spiel der Herren um Platz 3 zwischen Simon Rösner und dem Franzosen Mathieu Castagnet statt, welches von 3 Finnen geschiedst wurde.
Simon gewann in 4 Sätzen nach verlorenem 1.Satz, woraufhin sein Gegner 2 Schläger vor Wut zerlegte.
Vor dem anschließendem Herrenfinale stand dann einer der zuvor geehrten finnischen Funktionäre auf und peitschte das Publikum nochmal richtig auf mit mit der Bitte, das Publikum sollte “Olli, Olli, Olli”-Rufe und die LaOla-Welle machen.
Scheint wohl genutzt zu haben, denn Tuominen war, wie auch schon im 1/2-Finale gegen Simon top eingestellt und führte von Beginn an und gab bis zum 11:9 die Führung auch nicht mehr ab. Der Satz war für ihn klarer als es dieses knappe Ergebis eigentlich aussagte. Der Verlauf des 2.Satze war ein bisschen kurioser, denn bis zum 5:5 waren beide Spiele immer gleichauf bzw. einen Punkt auseinander, dann plötzlich führte Golan 9:5, aber machte dann keinen Punkt mehr und verlor daher diesen 2.Satz ebenso 9:11. Damit war sein Wille gebrochen und der 3.Satz ging dann ruckzuck klar mit 11:3 an den Finnen.
Wir Schiris hatten mit dem Spiel kein Problem, weil dieses mal die Spieler auch sauber spielten.
Damit war also der schiedsrichterliche Teil der Veranstaltung für mich zu Ende, aber nicht der sportliche, denn der kam noch, da ich mit einer finnischen Volunteerin, die eigentlich in Deutschand lebt und die extra für diese Veranstaltung auf Heimaturlaub fuhr, noch eine Stunde selber Squash spielte, bevor wir von einem anderen finnischen Volunteer zur Abschlussparty (Players Party) in einen Pub in der Innenstadt namens “Stone´s” gefahren wurden.
Als wir dort fast angekommen waren, kam uns das polnische Team entgegen. Nachher fand ich heraus, dass sie 100 Meter weiter bei McDonalds zum Essen waren, denn bei der Players Party gab es neben dressinglosem Salat und Brot noch Sauerkraut mit Mettwürstchen, was wohl nicht den Geschmack der Pol/innen und der spanischen Spielerin traf, die ebenso bei McDonalds war.
Die Party begann schon um 19 Uhr und war ziemlich langweilig, so dass ich mich schon sehr bald danach sehnte, dass es 22 Uhr werden würde, wenn der erste Bus zurück zum Hotel fahren würde. Diesen verpasste ich, im Gegensatz zu meinen Schirikollegen, leider, da mich genau zu dieser Uhrzeit der Turnierdirektor in ein Gespräch verwickelte. Eine angenehme Szene des Abends gab es noch als mich der spanische Spitzenspieler Borja Golan fragte, ob ich im Oktober bei einem 25.000 USD-Turnier in seiner Heimatstadt Santiago der Compostela schiedsen wolle. Ich sagte natürlich spontan, dass ich Interese daran hätte und so ließ er sich meine e-mail-Adresse geben.
Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass das Turnier genau während der NRW-Herbstferien stattfindet, wo ich dann nicht von der Arbeit freinehmen kann
So, um 23 Uhr habe ich dann den 2.Shuttlebus zurück zum Hotel genommen mit Simon Rösner, einer der holländischen Spielerinnen und der Spanierin.
Zurück am Hotel angekommen traf ich dann meine Schirikollegen draußen vor dem Hoteleingang sitzend bei geschätzten immer noch 15°C und das um 23.30 Uhr abends in Helsinki!
Auch am nächsten Morgen war wieder strahlender Sonnenschein mit über 20°C.
Da das Hotel eine große Liegewiese hatte, wusste ich also wie ich die Zeit herumbringen konnte bis ich um 14.15 Uhr zum Flughafen gebracht werden würde, zusammen mit 3 meiner 4 Schirikollegen, dem hollandischen Team und den beiden Spaniern.
Fazit: Auch wenn es eine Ehre war von der ESF als einer von nur 4 Schiris zu diesem Turnier eingeladen worden zu sein, hat ein einziges verwertbares Testat die Teilnahme kaum gelohnt, aber nun ja, das konnte man ja vorher nicht ahnen.
Dafür bin ich bei dem Superwetter aber schön braun geworden. Wer hätte das gedacht bei einem Aufenthalt in Helsinki
So, das wars von diesem Turnier.
Ich habe eine Einladung zu einem weiteren Turnier im Ausland bekommen, und zwar diesesmal nicht in Ägypten. Davon werde ich dann wieder berichten.
Euer Oliver