Archiv der Kategorie ‘My Game‘

PSA-World-Series-Turnier El Gouna/Äygpten (3)! 24. April 2012

Weiter geht es mit dem 3. Spieltag auf den Normal-Courts ..

2 der 4 Spiele waren wirklich sehr bemerkenswert. Da war das Spiel der Nr.8 der Welt, Mohamed el Shorbagy, gegen den 36-jährigen Franzosen Thierry Lincou, Nr. 10 der WRL. Shorbagy spielte den ägyptischen Stil – volle Attacke, Tempo-hochhalten und vielen cross-court Nickshots aus allen Lagen. Lincou, genau das Gegenteil, also immer butterweichen Bällen, möglichst long-line am besten an der Seitenwand klebend und dann die plötzliche Tempoverschärfung bei einem Schlag, wenn Shorbagy mal einen schlechten Ball spielte.

Für mich war es das beste Spiel des ganzes Turniers. Leider endete das Spiel kontrovers, da 2 der 3 Schiris den 10:8-Matchball von El Shorbagy im 5.Satz bei Thierry Lincou als doppelt entschieden haben, worauf ein fast eine Minute langer Protest von Thierry folgte. Aber letztendlich sah Thierry es sportlich, als er in einem Interview sagte, dass er das Spiel nicht im letzten Ballwechsel verloren hatte. Ob der Ball doppelt war, konnte ich auch nicht beurteilen.

Neben mir hat sich Amr Shabana das Spiel angeschaut, der im Sommer „erst“ 33 Jahre alt wird, aber trotzdem ja schon mehrfach Rücktrittsgedanken geäußert hatte. Ich sagte ihm, dass angesichts der Leistung des 36-jährigen Lincou er ja noch mehr als 3 Jahre vor sich habe. Seine Antwort mit einem breiten Grinsen war: „I don´t think so“.

Auch Ramy Ashour, der sich sonst für andere Spiele, außer von seinem Bruder Hisham, nicht interessiert, hat sich das Spiel Shorbagy-Lincou begeistert angeschaut. Sehr schade für das Spiel, dass es nicht auf dem Glas-Court war.

Gerüchten zufolge will Lincou noch bis nächstes Jahr Sommer weiterspielen, denn dann ist die Herren-Mannschafts-WM in Frankreich. Dann wäre er 37 Jahre und einige Monate alt.

Das 2. bemerkenswerte Spiel an dem 2.-Runden-Tag im Normal-Court war danach dann Hisham Ashour (dem 5 Jahre älterem Bruder von Ramy) gegen Shabana, welches erstmalig in der Karriere der beiden, Hisham gewann, in gerade mal 48 Minuten. Das bemerkenswerteste an dem Spiel war aber eher, das Benehmen von Shabana, welches seinem Legendenstatus als 4-facher WM nicht entsprach, nämlich aus Wut über eine Schiri-Entscheidung mit dem Schläger gegen die Glasrückwand in Richtung Schiri zu schlagen!! Was er noch gemacht hat, will ich lieber für mich behalten.

Nach diesen Spielen fuhren wir Europäer, wie schon mal oben erwähnt, zum späten „Mittagessen“ um 17 Uhr zum Moods. Europäer heißt: Wir 3 europäischen Schiris und dazu noch Steve aus England und Framboise aus Frankreich, beide von der SquashSite.

Erinnert ihr euch noch was ich über Framboise vor mehr als einem Jahr schrieb? Die Frau hat nicht nur ein Haar auf den Zähnen, sondern ein ganzes Haarbüschel. Dieses Mal hat dies der arme Ralf Harenberg bei diesem „Mittagessen“ zu spüren bekommen. Darüber hinaus schrieb sie in einem Bericht über ein Spiel wo er dabei war, über die Schiris, dass sie „not the most experienced ones“ waren. Unverschämtheit! Ralf hat wahrscheinlich schon international geschiedst, bevor die Framboise das Wort Squash überhaupt jemals gehört hat!

Von den Abendspielen des 3.Tages gibt es 2 Dinge zu berichten: Einerseits, dass erstmals der Court rutschig war, so dass bei dem von mir als Center-Referee geleitetem Spiel von Matthew gegen Reda von den offiziellen 85 Spielminuten 9 Minuten fürs Court-Putzen draufgingen.

Und das andere bemerkenswerte war das Spiel von Simon Rösner gegen Gregory Gaultier, in dem Gaultier bei Rückhand-Volley-long-line-Bällen „blocking“ in Perfektion demonstrierte, aber so geschickt ,dass es für die Schiris keine Möglichkeit gab dagegen einzuschreiten und man Simon nur dutzende male let geben konnte. Auch wenn die amerikanischen PST-Regeln natürlich völliger Schwachsinn sind, hätten sie DIESEM Spiel gutgetan. Als Simon im 3. Satz bei 4-10 sechs Matchbälle gegen sich hatte, geschah aber das unglaubliche, als er 8 Punkte in Folge gewann und den Satz noch holte. Gregory rächte sich dann aber im 4.Satz mit 11-1.

Damit waren also die ersten 3 Tage vorüber und somit gab es keine Spiele mehr mittags im Normal-Court und der „Urlaub“ konnte richtig beginnen. D.h. also nicht mehr um 8.00 Uhr aufstehen müssen, da man ja ab jetzt den ganzen Tag Zeit hatte, um Sonnenstrahlen zu tanken, weiterhin um 17 Uhr zum Moods zu fahren und dann abends nach Sonnenuntergang, der exakt um 18.30 Uhr war, zu schiedsen.

In den ¼-Finalspielen waren dann nur noch John und Ralf als Centerschiri eingesetzt. Ich aber immerhin in 3 der 4 Spiele als Seitenschiri. Mein 24-jähriger junger Zimmerkollege war ab dann im Schiri-Trio nicht mehr dabei, sondern bei vielen Spielen (sogar im Endspiel) in seiner Lieblingsrolle als „Video-review-Schiri“. Das machte er sehr gut. Er hatte darin auch viel Übung, denn er hat ein Abo von SquashTV und schaut sich alles an was dort gesendet wird und schiedst immer für sich selbst mit. Ich hatte John Massarella gebeten nicht als Video-Review-Schiri eingesetzt zu werden, da ich aus Zeitgründen mir keine Spiele am PC anschaue und daher nicht sicher war, ob ich als Video-Schiri die richtigen Entscheidungen treffen würde.

Bei den ¼ -Finalspielen war der Court-Boden im offenstehenden Glas-Court zwar wie schon am Vortag nicht optimal, aber wohl immer noch halbwegs akzeptabel. Selbst an Beschwerden von James Willstrop an dem Tag kann ich mich nicht erinnern, obwohl es an dem Abend schon ganz heftig windig war und man befürchten musste, dass Sand in den Court gewirbelt würde. Allerdings rutschte Mohamed el Shorbagy beim vorletztem Punkt in seinem Spiel aus, fiel aufs Hinterteil und prallte dabei mit dem Knie gegen die Wand.

Das war wohl schon der Vorbote dessen, was uns am nächsten Tag erwarten würde. Am nächsten Abend, dem wieder sehr windigen ½-Finaltag, war der Court vermutlich unbespielbar. Im ersten ½-Finale zwischen James Willstrop und Karim Darwish rutschten die Spieler ständig, obwohl ca. alle 5-7 Ballwechsel der Court feucht durchgewischt wurde.

Und wisst ihr womit? Mit COLA als Zusatz im Wasser!! Ja, richtig gelesen. Die Handtücher, die um die Wischer gewickelt wurden, wurden in Cola getränkt, in der Hoffnung, dass der Court dann griffig werden würde. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen! Und wer es trotzdem nicht glaubt, kann es gerne im Blog von James Willstrop nachlesen. Die Idee mit der Cola hatte ich vor 1 ½ Jahren auch schon, aber da wurde mein Vorschlag damals von John und dem Turnierdirektor als Unsinn abgetan. Späte Genugtuung!
Was mich wundert, ist, dass die Spieler aber auch keine Vorkehrungen getroffen haben, um ihre Sohlen griffiger zu machen. Naja, jedenfalls wurde das Spiel von Willstrop und Darwish nach dem 1.Ballwechsel des 2.Satzes abgebrochen und nach ewig langen Diskussionen (vermutlich über eine ½ Stunde) zwischen Spielern, beiden PSA-Managern, Turnierdirektor und Oberschiri John wurde entschieden, das Spiel im Normal-Court des Hotels Mövenpick fortzusetzen.

Ralf Harenberg und 2 ägyptische Seitenschiris fuhren dann also mit den Spielern und Framboise, um das Spiel vor einer Handvoll Zuschauern fortzusetzen, welches Willstrop dann ziemlich locker 3-0 gewonnen hat.

Die beiden Spieler des nächsten ½ -Finales, nämlich Ramy Ashour und Nick Matthew erklärten sich dann bereit dennoch bereit, auf diesem eigentlich unbespielbaren Boden zu spielen, wenn dort noch eine Stunde der Boden weiterhin mit den Cola-Handtüchern durchgewischt würde. Und so war es dann auch. Nachdem also mehrere 1,5-Liter-Flaschen Cola verwischt wurden, wurde das Spiel also tatsächlich eine Stunde später ausgetragen.
So gut wie alle Zuschauer hatten auch brav ausgeharrt.

Ralf Harenberg, der ja im Mövenpick-Court war, wurde durch den Spieler Tarek Momen ersetzt, da kein nationalitätsneutraler Spieler mehr anwesend war.

Meine Hochachtung hat aber Nick Matthew, dass er sich diesen Court-Bedingungen stellte, denn für ihn, dessen Spiel hauptsächlich aufs Laufen ausgelegt ist, ist ein glatter Court-Boden natürlich viel mehr Gift als für einen Shotmaker wie Ramy Ashour. Aber dennoch entwickelte sich einen tolles Spiel, in dem es 2 Ballwechsel gab, die bei youtube als „best-Rally ever“ angepriesen werden.

Am Finaltag wurde dann der Court-Boden bis kurz vor Spielbeginn mit einer Folie ausgelegt, um ihn vorm Staub zu schützen, aber gebracht hatte es wohl wenig, denn beide Spieler klagten von Anfang an über die Bedingungen. Ramy Ashour aber wollte vor seinem Heimpublikum dieses Spiel unbedingt auf dem Glas-Court durchziehen und so blieb James Willstrop nix anderes übrig als sich diesem Schicksal zu beugen. Und so machte er bis 2:5 im 3.Satz bei 0:2-Satzrückstand gute Miene zum bösen Spiel, bevor er das Spiel aufgab.

Vor der Siegerehrung gab es erst einmal ein gefühlt 5-minütiges Feuerwerk, wie wir es von Silvester kennen, und dabei wurde in Discolautstärke das Lied „Firework“ von Katy Perry gespielt. Das war super! Schade, dass das vorherige Endspiel wegen der Bedingungen alles andere als ein Feuerwerk war.

Als bei der Siegerehrung bekanntgegeben wurde, dass die PSA plant dieses Turnier im Jahre 2014 als WM auszurichten, war James Willstrop das Entsetzen im Gesicht anzusehen.

Das Turnier ist zwar klasse, auch alle Spieler lobten es im Grundsatz, besonders wegen der Unterbringung im Steigenberger-Hotel, aber bezüglich der Platzierung des Glas-Courts muss sich der Turnierdirektor eine andere Lösung einfallen lassen und ich bin sicher, dass er das auch tun wird.

Nach der Siegerehrung bin ich dann mit James Willstrop zusammen in einem Tuk Tuk zurück zum Hotel gefahren. Um Mitternacht kam mein Taxi, um mich zum Flughafen zurück zu bringen, denn mein Rückflug startete um 2.15 Uhr nachts. Auch eine Premiere für mich, denn einen Nachtflug hatte ich bis jetzt auch noch nie.

So, das wars, bis zum nächsten Mal. Danke für die Ausdauer derjenigen, die bis zum Ende gelesen haben ;-)

PSA-World-Series-Turnier El Gouna/Äygpten (2)! 23. April 2012

Heute beginne ich mit dem sportlichen Teil des Berichtes:

Bei den El Gouna International waren 5 offizielle Schiris, nämlich die beiden World-Referees John Massarella aus England als Oberschiri sowie unser deutscher Kollege Ralf Harenberg, ich, mein Zimmerkollege und der 35-jährige ägyptische Schiri Mohamed, der vor 1 ½ Jahren bei der 1. Auflage dieses Turnieres auch schon mit dabei und früher auch mal ein Weltranglistenspieler war. Den ganzen Beitrag lesen »

PSA-World-Series-Turnier El Gouna/Äygpten (1)! 22. April 2012

Hallo zusammen,

der versprochene Bericht vom Canary Wharf-Turnier in London von letztem Monat muss leider wegen Zeitmangels entfallen.

Naja, dann versuche ich es im nächsten Jahr mal ;-)

Aber da war ich ja eh nur als Zuschauer.

Beim 115.000 Dollar World-Series-Turnier in El Gouna/Ägypten war ich aber mittendrin, statt nur dabei ;-)

Dieser Bericht ist natürlich mehr ein „Behind the scenes-Bericht“, da die Berichte über die einzelnen Spiele bereits ausführlich auf squashnet und SquashSite zu lesen waren.

Die Einladung durch den Turnierdirektor Amr Mansi und seinen Assistenten Omar El Sherbini, dem 21-jährigen älteren Bruder des Wundermädchens Nour El Sherbini, erfolgte schon Anfang Januar, so dass ich eine sehr gute direkte Flugverbindung Düsseldorf-Hurghada für einen sehr günstigen Preis buchen konnte bei einer ägyptischen Fluggesellschaft namens Air Cairo.

Da ich dort vom Status her ja „quasi“ wie ein ein local referee zähle, habe ich meine Flugkosten natürlich selbst bestritten, aber Kost und Logis wurde großzügig vom Turnierveranstalter übernommen.

Und dieses mal wohnte ich sogar auch im Spielerhotel, dem 5-Sterne-Hotel Steigenberger Golf Resort.

Dort bin ich am Nachmittag des Reisetages angekommen. Reisetag deshalb, da an den beiden Tagen vorher die Qualifikation in Alexandria gespielt wurde und dann am Reisetag alle qualifizierten Spieler, Funktionäre, Helfer und Schiris (außer mir natürlich) von Alexandria nach Hurghada flogen und dann 30 Autominuten nach El Gouna weitergefahren wurden. Ich hätte auch schon bei der Qualifikation in Alexandria mitschiedsen können, aber Flüge dorthin waren zu teuer und vor allem gab es keine Direktflüge. Hätte also mit den Umstiegen alles viel zu lange gedauert.

Im Flughafen Hurghada kam ich mir dann vor wie in Moskau. Ich glaube mein Flieger war zu der Zeit der einzige, der nicht aus Osteuropa ankam. Und der Taxifahrer, der mich abholen sollte, war dann auch noch 40 Minuten zu spät, weil er vor der falschen Ankunftshalle wartete ;-((( Aber dann wurde ich doch noch mit 30 Minuten Fahrtzeit zum Hotel gefahren.

Omar kündigte mir schon vorher per E-Mail an, dass ich mein DZ mit einem 24-jährigen ägyptischen Schiri teilnehmen würde, der der Trainer eines 15-jährigen Mädel ist, die genau parallel dazu ihr erstes WSA-Turnier in der Türkei gewonnen hat. Im Januar war sie auch Finalistin im U17-Feld der Britisch Junior Open.

Als ich im Zimmer ankam, war er nicht drin, aber anhand eines dort stehenden Koffers wusste ich, dass er schon vor mir angekommen war. So habe ich mich auch erstmal an den Hotelstrand begeben und die restlichen 2 Sonnenstunden genossen. Um 17.30 Uhr zurück im Zimmer angekommen, empfing mich mein sehr sympathischer Zimmerkollege und teilte mir mit, dass um 20.30 Uhr alle am Turnier Beteiligten zu einem Abendessen eingeladen seien, wo wir den Hauptsponsor des Turnieres treffen würden.

Bis dahin hätte mein Magen es aber nicht ausgehalten und so ging ich um 18.30 Uhr zum Abendessen im Hotel, aber da war ich nicht der einzige aus dem Squasherkreis. Andere von uns waren um 17 Uhr bei einem Strandrestaurant namens Moods, welches ein Sponsor des Turnieres war, wo alle am Turnier beteiligten jeden Tag zum Mittagessen, egal zu welcher Uhrzeit, gehen durften.

Als ich am Treffpunkt für die Abfahrt zu diesem gemeinsamen Abendessen ankam, sah ich einen lustigen Anblick, da ein ca. 1,75m großer Spieler eine Hose seines ca. 1,95m großen Zimmerkollegen trug. Des Rätsels Lösung: der kleinere Spieler hatte schlichtweg keine normalen Hosen dabei. Er hatte nur Trainingshosen dabei. Und so eine wollte er zu diesem Abendessen mit dem Hauptsponsor, dem Inhaber der Immobilien-Firma ORASCOM, der auf der Forbes-Liste der reichsten Männer der Welt stehen soll, doch nicht erscheinen.

Dieses Abendessen fand im El Gouna-Yacht-Club statt im Freien auf der Terrasse neben dem Restaurant.

Und alle, die vorher noch im Hotel beim Abendessen bzw. im Moods um 17 Uhr waren, hatten sich richtig entschieden, denn das „Abendessen“ im Yacht-Club war haute „cuisine“, also für den hohlen Zahn, wenn auch natürlich sehr lecker.

Leider waren bei diesem Empfang doch nicht alle Spieler dabei (u.a. fehlte Ramy Ashour), obwohl offiziell eigentlich Anwesenheitspflicht bestand. Ich habe mich relativ lange mit Nick Matthew unterhalten, den ich bei meiner einzigen Begegnung bei der Euro 2006 eigentlich ziemlich unsympathisch fand, aber diese Meinung habe ich jetzt deutlich geändert. Das Gespräch war wirklich sehr interessant.

Ansonsten gab es viel Grüppchenbildung, also die Franzosen, die Engländer, die Ägypter und die deutschsprachige 4er-„Gruppe“ mit Simon Rösner, seinem Schweizer Zimmerkollegen Nicolas Müller, dem Schiri-Kollegen Ralf Harenberg und mir.

So, am nächsten Morgen bin ich dann um 8 Uhr aufgestanden (das erste mal in meinem Leben dass ich das in einem Urlaub gemacht habe) um mich an den Strand zu begeben, denn ich wusste ja dass an den ersten 3 Tagen die Sonnenstunden für uns sehr wenige werden würden, denn die Spiele begannen ja schon um 12 Uhr. D.h. also an den ersten 3 Tagen sah mein morgendlicher Ablauf wie folgt aus:

8.00 Uhr aufstehen und ab zum Strand, 9.45 Uhr bis 10.30 Uhr reichlich frühstücken (denn bis 17.30 Uhr gab es dann nix mehr) nochmal eine ½ Stunde Strand, um 11.00 Uhr Duschen, Zähneputzen und um 11.30 Uhr Fahrt mit dem Shuttle-Bus zum 5 Fahrminuten entfernt gelegenem Hotel Mövenpick wo es einen Indoor-Squash-Court mit tiefer gelegtem PSA-Tin gab, auf dem an den ersten 3 Tagen jeweils 4 Spiele ab 12.00 Uhr gespielt wurden.

Das Frühstück im Steigenberger war wirklich traumhaft, einem 5-Sterne-Hotel mehr als angemessen. Da gab es wirklich fast ALLES. Frühstück für die Engländer, (ich denke jeder weiß was ich damit meine) als auch Pfannkuchen, frisch zubereitete Omeletts, alle erdenklichen Brötchen-Sorten usw. Das einzige was fehlte war Müsli (oder ich habe es nicht gesehen, war mir aber egal). Nick Matthew und Ramy Ashour hatten aber trotzdem von zu Hause ihre eigenen Cornflakes und Müsli mitgebracht, weil denen im Hotel alles zu zuckerhaltig ist.

Naja, sind halt eben Profisportler.

Was ich aber bisher noch nie in einem Hotel erlebt hatte, waren die köstlichen verschiedenen Sorten Milchshakes zum Frühstück. HERRLICH!

Fortsetzung folgt morgen Abend!

Britische Meisterschaften in Manchester, 2. Teil 17. Februar 2012

So, nun also zum Squash-event selber.

Erstaunlich fand ich die enorme Menge an Volunteers. Da gab es 3 Frauen am Eintrittskartenverkauf (Eintrittskarten = Armbändchen) im Vorraum, in dem man auch Essen und Getränke bekam, wovon eine auch gleichzeitig die Ergebnisse live ins Internet eintrug und mehrfach am Tag auch ausdruckte, 2mal davon auch als Infozettel fürs Publikum.

Dann sitzen an der Eingangstüre zur Squashhalle 2 weitere Frauen, um zu kontrollieren, ob man auch Eintritt bezahlt hatte und dann an der Eingangsbereich zu den Squashcourts nochmal 2.

Das ist ja wie in einem Flughafen gewesen. Kontrolleure über Kontrolleure.

Und dann auch noch die Volunteers an den Courts. Für jeden Court gab es 2 Putzer/innen, die nach jedem Warmspielen und in jeder Satzpause den Court fegten bzw. die Glaswand saubermachten, obwohl es gar nicht nötig gewesen wäre.

Also alles wahnsinnig übertrieben.

Alle Volunteers trugen natürlich einheitliche Turnier-Shirts, genauso wie auch die Schiris, die jedoch andere Turnier-Shirts hatten.

Es wurden also keine Kosten und Mühen gespart.

Einer der Volunteers als Courtputzer soll sogar derjenige gewesen sein, der sonst im Alltag Manager des Squashbereichs war. Keien Ahnung, ob das wirklich stimmte.

Bei den Schiris gab es auch die ganze Bandbreite. Alle 4 in England bzw. Wales lebenden World-Referees waren dabei, aber auch über 70-jährige Männer und Frauen, die teilweise nur Punktrichter machen durften.

Erstaunlich war, dass 2 der World-Referees wirklich alles schiedsten. Sogar auch ab dem 3.Tag bei den Seniorenmeisterschaften.
Aber bei den britischen Meisterschaften gibt es keine Trostrunden bzw. Platzierungsspiele. Wer 1mal verliert, ist raus.

Entsprechend der Bandbreite an Schiris waren die Leistungen der Schiris auch sehr durchmischt, aber trotzdem habe ich in keinem der Spiele an allen 3,5 Tagen irgendwelches richtig skandalöses Benehmen von Spielern gesehen, auch nicht bei schlecht geschiedsten Spielen, auch wenn es eine Verwarnung und einen Strafpunkt wegen Schiribeleidigung gab. England ist also wirklich ein Paradies für Schiedsrichter.

Der Montag letzte Woche, an dem ich ankam, war der Tag der Qualifikationsfinals der Herren, an dem die Spieler 2 Spiele absolvieren mussten und die 1. Qualifikationsrunde der Damen.

Bei beiden Feldern gab es das erwartet hohe spielerische Niveau, denn sogar in diesen beiden Qualifikationsfeldern gab es Spieler/innen, die ich schon kannte.

Aber es gab auch Namen (sogar in den Hauptrunden), die ich vermisste. Die prominenteste, die nicht mitspielte, war die knapp 18-jährige Emily Whitlock, immerhin Nr. 33 der Damen-Weltrangliste. Sie spielte lieber ein WSA-Turnier, wo sie auch prompt ihren ersten WSA-Titel einheimste.

Bemerkenswert am 1. Tag war ein 31-jähriger schottischer Spieler, der nacheinander 2 englische Jugendnationalspieler im 5.Satz raushaute. Den ersten nach 0:2 Satz-Rückstand und den anderen nach 1:2 in den Sätzen und 4 Spielbällen im 4.Satz gegen sich, als er eigentlich konditionell am Ende war und zu den Bällen gar nicht mehr hinlaufen wollte. Aber der Jugendspieler spielte ihm seine eigenen Matchbälle quasi immer zu und der Schotte nutzte die Chancen.
Im 5.Satz holte sich der englische Jugendnationalspieler dann eine Aduukktorenzerrung, so dass er den Sieg seinem konditionell platten Gegner überlassen musste, auch wenn das Spiel zu Ende gespielt wurde.

Entsprechend platt hat der Schotte dann am nächsten Tag sein erstes Hauptrundenspiel auch quasi abschenken müssen.

Aber das war eher die Ausnahme, ansonsten haben die niedriger rangierten Spieler ihre Haut teuer verkauft, so dass sogar die Weltranglistenersten und – zweiten Nick Matthew und James Willstrop Satzverluste hinnehmen mussten.

Letztendlich setzten sich dann aber doch in beiden Feldern je 7 der 8 Topgesetzten bis zum ¼-Finale durch, wobei in beiden Fällen der/die nicht durchgekommene Favorit/in verletzungsbedingt nicht mehr antreten konnte.

Noch eine Anekdote aus dem Damenbereich.
Mir fiel in der Damenqualifikationsrunde eine eine sehr hübsche, athletische Spielerin mit südländischen Aussehen und Namen auf, die ein T-Shirt mit „Squashinsel Tübingen“ trug.

Ich ging dann zu ihr und wollte sie gerade auf das T-Shirt ansprechen, als sie zu mir sagte: „I know you“.
Da war ich erstmal perplex, denn bekannt kam sie mir nicht vor.

Wir diskutierten auf englisch hin und her woher sie mich denn kennen könnte, und schließlich fanden wir die Lösung: Sie spielte als Jugendliche für England bei der U19-Jugend-EM in Bremen im Jahre 2000 wo ich geschiedst hatte, also vor fast 12 Jahren und sie erkannte mich noch! Phänomenal.

Dann wechselten wir die Sprache und sie erklärte mir in einem super-Deutsch, dass sie das T-Shirt daher habe, dass sie in Tübingen studiert habe und jedes Jahr regelmäßig dort zurückkehre, um alte Studienfreude zu besuchen.

Ihr südländisches Aussehen und Namen hatte sie von ihrem Vater, denn der war Ägypter, aber mittlerweile auch mit englischem Pass.

Er wurde am Ende 2. im Seniorenfeld Ü60.

Das wars zum Damen- und Herrenhauptfeld.

Wie schon oben angedeutet, bei den Briten wird die normale Meisterschaft und die Seniorenmeisterschaft parallel veranstaltet.

Dabei traf ich dann auch noch einen Bekannten, nämlich den für Hanse Squash Hamburg in der 2.DSL spielenden Mark Woodliffe, der letztendlich das Ü50-Feld auch ohne Satzverlust gewann.

Bemerkenswert war dabei, dass Mark bei seinem ersten Spiel, welches ich noch sehen konnte, eine Hose mit DSL-Logo trug.
Ich sprach ihn darauf an und er antwortete, dass er alle seine DSL-Hosen dabeihabe und sie dort tragen werde.

So, das wars.

Ich musste dann letzte Woche Donnerstag vor dem ¼-Finale das Paradies für Schiedsrichter in England verlassen, um in unserer DSL zu schiedsen.

Meine nächsten Berichte kommen dann in 5 Wochen, wenn ich aus London vom 50.000 USD-Turnier „Canary Wharf“ berichten werde.

Britische Meisterschaften, Manchester (Teil 1) 13. Februar 2012

Hallo zusammen,

ich war mal wieder auf selbstfinanziertem „Schiri-Bildungsurlaub“ ;)

Und zwar war ich von vergangenem Montag bis Donnerstag nachmittag für 3,5 Tage bei den britischen Meisterschaften (Qualifikationsfinals bis 1/8-Finale) im National Squash Center in Manchester, direkt neben dem Fußballstadion von Manchester City.

Begonnen hatte meine Reise mal wieder typisch britisch. Es war Nebel über Manchester und somit hatte mein Flieger 1,5 Stunden Verspätung. Den ganzen Beitrag lesen »

London Open, Fortsetzung 5. Dezember 2011

Das vorletzte Spiel des 1/8-Finalabends war das Spiel von Davide Bianchetti gegen den an Nummer 2 gesetzten Südafrikaner Stephen Coppinger.

Über Davide Bianchetti muss man ja nicht viel schreiben. Wer ihn nicht kennt, lese folgenden Artikel:
http://www.telegraph.co.uk/sport/othersports/squash/8863080/Squash-World-Open-2011-world-referees-to-lobby-life-ban-on-Italys-Davide-Bianchetti-over-court-tirade.html

Ich hatte bisher nur einmal das Vergnügen ihn zu schiedsen, nämlich im Endspiel der Dresden Open vor ca. 10 Jahren gegen Anthony Ricketts aus Australien, der ebenso alles andere als pflegeleicht bekannt war und es war problemlos. Meine Güte, wenn ich heute daran denke was ich für ein Glück hatte ;-)

Zurück nach London. Das Spiel von Coppinger gegen Bianchetti wurde von einem Londoner Wildcard-Spieler geschiedst und so schiedste er leider auch, mal ganz davon abgesehen, dass er während des Schiedsen den Inhalt einer Chipstüte mit entsprechender Geräuschkulisse verputzte.
Davide monierte dieses Verhalten richtigerweise auch als respektlos.

Davide schien wohl seine Lehren aus seiner Disqualifikation bei der WM gezogen zu haben, denn obwohl der Wildcard-Spieler kaum mal eine richtige Entscheidung fällte und davon die meisten Fehler gegen Davide waren, hatter er sich ziemlich gut im Griff und “kommentierte” die Entscheidungen in den beiden Anfangssätzen nur mit Kopfschütteln.
Ab dem 3.Satz fing es aber dann doch an so langsam in Davide zu brodeln und es gab dann auch mal deutlichere Nachfragen beim überforderten Schiri, aber immer noch im Rahmen des normal üblichen, wenn man die Unfähigkeit des Schiris damit in Relation setzte.

Im 4. Satz aber kam dann doch der alte Davide Bianchetti raus als er nach einem verschlagenen Ball seinen Schläger auf dem Courtboden zerlegte.
Der Schiri schien aber ein schlechtes Gewissen gehabt zu haben, denn es gab noch nichtmals eine Verwarnung. So verlor Bianchetti das Spiel dann trotz Satzballes mit 11-13 im 4.Satz. Schade, den 5.Satz hätte ich gerne noch gesehen.
Erstaunlich fand ich dabei die Ruhe, die sein Gegner Copinger bei all dem ganzen hatte, denn der nahm alles was passierte ganz gelassen zur Kenntnis, aber er schien sich mit Bianchetti ganz gut zu verstehen und so korrigierten die beiden dann auch mal gegenseitig Fehlentscheidungen des Schiris.

Das letzte Spiel des Abends wurde dann tatsächlich vom Verlierer des vorletzten Spieles des Abdnes geschiedst und das war eben Davide Binachetti. Und Davide schiedste tadellos! Jetzt kann man nachvollziehen warum er so gerne mit den Schiris diskutiert, wenn er selbst ein so guter Schiri ist.

Nun zum 1/4-Finaltag:

Letztendlich habe ich sogar 2 Spiele geschiedst und wie immer hat Murphys Law mal wieder zugeschlagen, denn mal wieder waren meine Spiele beides 5-Satz-Spiele und damit auch die längsten des Tages. Da kann ich fast schon Wetten drauf abschließen, egal ob es in der BL oder bei NRW-Ranglistenturnieren oder eben bei solchen internationalen Spielen ist, dass ich immer die längsten Spiele schiedse.

Mein erstes Spiel waren die 21-jährige ägyptische Nummer 40 der WRL Karim Abdel Gawad gegen die englische Nummer 108 der WRL, nämlich Eddie Charlton, der aber bis dahin als Qualifikant in der Runde davor schon den auf Platz 64 der WRL stehenden Engländer Robbie Temple geschlagen hatte, gegen den Raphael Kandra erst vor wenigen Wochen bei einem Turnier in Asien verloren hatte.

Das Spiel selbst war trotz seiner Länge von 76 Minuten wohltuend ruhig und komprikationslos, wie man es eben von internationalen Spitzenspielern gewohnt ist, mit sicher weniger als 10 Entscheidungen pro Satz, die auch alle kommentarlos akzeptiert wurden.
Ein außergewöhnliches Vorkommnis gab es aber doch.
Dem Spieler Gawad ist wohl zu Beginn einer Satzpause eine Kontaktlinse rausgefallen. Er zeigte sie mir auf der Fingerspitze und bat mich darum, dass er die Satzpause überziehen dürfte, da er es in der normalen Satzpause wohl kaum schaffe sie wieder einzusetzen.

Da ich von so einer Situation noch nie etwas gehört hatte und es bei dem Turnier ja keinen Oberschiri gab, den ich hätte um Rat fragen können, entschied ich innerlich für mich, dass man es es analog wie eine selbst zugezogene Verletzung behandeln könnte und gab ihm 3 Minuten Zeit die Kontaktlinse wieder einzusetzen.
Der Gegenspieler muckte zwar kurz, gab aber dann auch sein o.k. dazu.

Mittlerweile habe ich einen sehr hochrangigen Schiri im Facebook-Chat kontaktiert und er meinte, dass es keine Verletzung gewesen sei, sondern nur ein Ausrüstungswechsel und ich ihm daher nur hätte 90 Sekunden Zeit geben dürfen, aber letztendlich sei meine Entscheidung eine elegante Lösung gewesen.
Da bin ich ja dann beruhigt ;-)

Dem Turnierdirektor, hier im Bildvordergrund zu sehen:
http://www.squashsite.co.uk/2009/2011pics/london57.jpg

hatte meine Schirilieistung wohl so gut gefallen dass er mich fragte, ob ich das letzte Spiel des Abends schiedsen würde, nämlich das Spiel seines über mehrere Ecken Verwandten Aamir Atlas Khan gegen den Engländer Chris Simpson, der kürzlich in der BL gegen Raphael Kandra und Jens Schoor jeweils knapp gewonnen hatte, denn einen Pakistani hätte er ja nicht schiedsen lassen können und der ägyptische Verlierer des vorherigen Spieles wollte auf keinen Fall schiedsen.

Akzeptansprobleme bei den Let- und Ball-an-Entscheidungen gab es in diesem 71-Minuten-Spiel wieder nicht, aber dafür hatte Khan wohl große Probleme damit zu erkennen (oder es selbst zuzugeben?), wenn er doppelte Bälle gespielt hat, denn gefühlt habe ich wohl an die 10mal Ballwechsel wegen doppelt gespielten Bällen abbrechen müssen. 7mal davon wurde das auch ohne Murren von ihm akzeptiert, also wusste er da wohl genau, dass ich Recht hatte. Im 5.Satz wollte er aber auch das 2mal nicht mehr akzeptieren und dementsprechend murrte dann auch das halbe aus seinen Landsleuten bestehende Publikum.

So dachte ich mir, dass ich ab jetzt meinen Mund halten wolle, solange der Gegner nicht deutlich anzeigen würde, dass er einen Ball ebenso doppelt gesehen habe.

Leider passierte das aber bei 9-9 im 5.Satz, dass ein Ball so dermaßen offensichtlich doppelt war und vom Gegner Simpson auch per erhobenem Arm angezeigt wurde, dass ich nicht anders konnte als die richtige aber unpopuläre Entscheidung zu treffen und somit dem Gegner Simpson Matchballe beschert wurde, den er auch prompt nutzte.

Und so hat auch in diesem Falle wieder Murphys Law zugeschlagen, dass mein Gerechtigkeitssinn größer als der Gedanke war was passieren würde, wenn man gegen den Favoriten des Publikums entscheiden würde.

Aber nun gut, dafür ist man halt Schiri, dass man Gerechtigkeit walten lässt und die anderen Gedanken dabei ausblendet.

Der Turnierleiter nahm es mir aber nicht krumm, denn er lud mich nach dem Spiel auf ein Bier an der Theke ein und er bestätigt mir, dass er bis auf 2mal alle Bälle ebenfalls doppelt gesehen hatte.

So, das wars. Am 1/2-Final und am Finaltag war ich nicht mehr da weil ich etwas anderes zu tun hatte.

Bis dann mal wieder. Spätestens im Februar melde ich mal mich wieder hier, wenn ich von den Britischen Meisterschaften aus Manchster berichten werde, evtl. aber schon früher. Mal sehen.

MfG Oliver

London Open 2. Dezember 2011

Hallo Leute,

nach lange Zeit melde ich mich mal wieder, nachdem es dieses Jahr wegen der Unruhen in Aegypten dort nix zu schiedsen gab und bei all den anderen events (ausser der U15/17-Jugend-EM) bei denen ich geschiedst oder zugeschaut habe, die Squashnet-Redaktion selbst vor Ort war und ich dabei dann nicht auch noch meinen Senf dazu geben wollte.

Hier in London bin ich aber alleine. Die Squashnet-Redaktion meinte, aber ich solle in meinen Berichten mehr ueber das Drumherum berichten und weniger ueber die matches selbst, denn das wuerde sich aus den Ergebnissen sowies ergeben, ausser es gab Besonderheiten.
Nun gut, versuche ich es mal :-)

Ich war also beim gestrigen 1/8-Finaltag dieses Turniers http://squashnet.de/squash-events/coronation-london-open-2011-m-london und beim gleich beginnenden 1/4-Finaltag.

Das Turnier findet im Cumberland-Lawn-Tennis-und Squash-Club statt, der im Norden von Central London liegt. Der Club liegt mitten in einem Wohngebiet in einer Seitenstrasse und sieht von aussen aus wie ein normales 2-stoeckiges Wohnhaus. Man muss sogar klingeln, um reinzukommen. Dann aber sieht man, dass der Club doch gar nicht so klein ist. Hinterm Haus sind ein paar Rasentennisplaetze und im Haus sind neben den 4 Squashcourts auch noch 2 Tischtennisplatten, ein Fitnessbereich und eine relativ grosse Gastronomie mit fuer Londoner Verhaeltnisse sehr zivilen Getraenkepreisen. Ein Pint Bier z.B. kostet umgerechnet nur 2,70 Euro. Goeffnet wird schon morgens ab 7.00 Uhr !!!!
Die 4 Squashcourts bestehen aus 3 Courts ohne Glasrueckwand, wovon aber einer von oben schiedsbar ist. Der wurde gestern fuer die Damenspiele benutzt. Der gestrige Herren-Court, der heute fuer alle 8 Viertelfinalspiele benutzt werden wird, hat aber eine normale Glasrueckwand und eine kleine Zuschauertribuene, die 60 Plaetze fasst.

Turnierleiter des Turniers ist Zubair Jahan Khan, der 1997 die Nummer 8 der WRL war, der sehr sympathisch ist, aber ein kleiner Macho zu sein scheint, denn als ich ihn drauf ansprach, dass die Nr. 2 der Damenweltrangliste Jenny Duncalf unter den Zuschauerinnen sei, meinte er nur, dass er sie nicht kenne, da er sich nicht fuer Damen-Squash interessiere. Kein Wunder, dass die Preisgeldreduzierung des Turnieres im Vergleich zum letzten Jahr um 4.000 USD komplett auf Kosten des Damenfeldes ging.
Und bei den Schiris wird hier jedes Jahr auch gespart, denn obwohl es sich um ein 20.000 USD-PSA sowie 6.000 USD-WISPA-Turnier handelt, muessen hier die Verlierer/innen des vorherigen Spiels schiedsen, es sei denn Zubairs Bruder oder ein pakistanischer Freund (der aber katastrohal schiedste) helfen aus, wenn sich bei den Herren die Spieler vorm schiedsen druecken. Daher bot ich an auch ein Spiel schiedsen und bekam gerade ein Turnier-Shirt geschenkt, welches ich gleich beim Schiedsen anziehen solle.

Auch einen Oberschiri habe ich hier nicht gesehen.

Da das Preisgeld des Damen-Turniers nur 30% des Herrenpreisgeldes ausmacht, ist das Damen-Feld entsprechend auch schwaecher besetzt. Im Damen-Feld kam man als Nr. 126 der WRL noch ins Hauptfeld sowie bis Nr.273 in die Qualifikation, waehrend bei den Maennern die Hauptrunde bis Nr.67 der WRL ging und die Qualifikation bis Nr.152.
Komisch, dass hier kein Deutscher Spieler dabei ist, denn mit Billigflieger nach London ist es doch kein Problem und einfacher als in die ganze Welt in die USA, Kanada, Australien, Katar, HongKong usw zu fliegen.

So, dass zu den Randgeschichten.

Kleine Anmerkungen zu den Spielen. Im Damenfeld gab es eine Wildcard in der Qualifikation fuer eine Spielerin, die gar nicht in der Weltrangliste steht, naemlich die 43-jaehrige Schottin Senga Macfie. Die war zu ihrer besten Zeit mal die Nummer 16 der WRL. In der Qualifikationsfinalrunde gewann sie sogar gegen die Nummer 144 der WRL mit 11:9 im 5.Satz.
Und scheinbar meinte sie, dass sie gestern gegen eine Spielerin, die in den 60ern der WRL steht, auch eine Chance haette. Ich habe noch nie eine Frau gesehen, die so vor Ehrgeiz, aber auch gleichzeitig aus Wut ueber sich selbst zerfressen war.
Es gab permanente Selbstgespraeche nach jedem schlechten Schlag, Kopfnuesse gegen die Seitenwand und auch sich Selber-Schlagen mit dem Schlaeger. Nuetzte alles nix. Senga verlor sang- und klanglos in 24 Minuten 0-3.
Beim Schiedsen danach genehmigte sie sich dann erstmal einen Pint Bier.

So, gleich beginnen die Spiele. Mal sehen ob ich spaestens am Montag die Fortsetzung von gestern, naemlich der Biancheti-Show und vom heutigen Tag schreiben kann. Ob ich am WE an einen PC komme, weiss ich noch nicht.

Bis dann.

nochmal etwas zu meiner Odyssee zurück aus Ägypten 4. April 2011

Hallo Leute,

im Dezember hatte ich euch ja von meiner 51-stündigen Rückreise aus Ägypten, bedingt durch das Schneechaos in Deutschland und England, berichtet.

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das 2. ägyptische “Wundermädel” hat “zugeschlagen” 22. März 2011

in meinem vorletzten Blogeintrag hatte ich ja bez. der British Junior Open über ein damals knapp 15 -jähriges ägyptisches Mädel namens Yathreb Adel geschrieben und sie als das 2. ägyptische Wundermädel bezeichnet hinter der Nr. 1 der Wundermädels, nämlich Nour El Sherbini, die mit 13 Jahren ja U19-WM wurde.

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Mädchen-WM wird nicht in Ägypten stattfinden 11. März 2011

Hallo,

auf meinem facebook-Account hatte ich ja vor Wochen schon spekuliert, dass die Mädchen-Einzel- und Mannschafts-WM, die für Juli in Kairo geplant war, wohl möglicherweise wegen der Unruhen nicht dort stattfinden. Den ganzen Beitrag lesen »