Rückreise aus Ägypten war eine Odyssee! 25. Dezember 2010
Hallo Leute,
leider hatte wohl niemand oder zu wenige Leute mir die Daumen gedrückt bez. meiner Rückreise. Wenn ich die Story komplett schreiben würde, wie ich sie schon auf der Arbeit und im Verwandtenkreis erzählt habe, würde ich wahrscheinlich morgen noch hier sitzen und schreiben. Hier also eine etwas verkürzte Version:
Eigentlich sollte ich letzten Samstag um 17.15 Uhr von Sharm El Sheikh nach London-Gatwick fliegen. Landung in London-Gatwick wäre um 21 Uhr gewesen. Dann Übernachtung im Flughafenhotel und Rückflug nach Düsseldorf am Sonntag Mittag.
Das war also der schon etwas ungewöhnliche Plan mit dem Umweg über London, für den es aber gute Gründe gab.
So, jetzt aber wie es wirklich kam:
Mein Rückflug um 17.15 Uhr wurde schon morgens wegen dem schlechen Wetter gestrichen, was ich am PC im Hotel feststellte. Der nächste Flieger sollte 2 Stunden später um 19.15 Uhr gehen. In dem hätte auch Tim Garner gesessen.
In meinem Flieger wäre die Squashsite-Reportein gewesen. Die hat vom PC am Hotel für den gleichen Flieger 24 Stunden später umgebucht, und zwar den letzten Platz den es in dieser Maschine noch gab!
Ich bin dann also auf gut Glück zum Flughafen in der Hoffnung in dem Flieger mit Tim Garner noch vor Ort einen Platz zu ergattern.
Aber Tims Flieger war auch voll. So blieb mir als Alternative in dem Flieger mit Laura Massaro um 21.30 Uhr, also nach 6 ½ Stunden Warten am Flughafen in Sharm El Sheikh, nach Manchester zu fliegen.
Ankunft in Manchester war nachts um 2 Uhr.
Dann gings um 2.45 Uhr weiter per Bus, der mit 50 Leuten voll besetzt war, zum Flughafen London-Gatwick. Fahrtzeit 6 ¼ Stunden für knapp 300 KM, da der Bus auf der schneeglatten Fahrbahn teilweise nur 30 Meilen, also keine 50 km/h fahren konnte.
Ankunft am Flughafen Gatwick um 9.00 Uhr morgens. D.h. die Nacht war herum und mein nicht stornierbares Bett im Flughafenhotel hatte ich umsonst bezahlt.
Die Story was für Verwirrungen es am ganzen Tag am Flughafen Gatwick gab, lasse ich jetzt mal weg.
Letztendlich kam es also so aus, dass um 20 Uhr die Nachricht kam, dass mein Flieger nach Düsseldorf ausfiel und ich somit die Nacht von Sonntag auf Montag auf dem Fußboden des Flughafen Gatwick hätte übernachten müssen, ohne Aussicht wann es denn überhaupt einen Flieger von meiner Fluggesellschaft irgendwo nach Deutschland, geschweige denn Düsseldorf geben würde und ob es dort dann auch noch freie Plätze gegeben hätte.
In der langen Warteschlange am Schalter unserer Fluggesellschaft, an dem wir uns den lächerlichen Verzehrgutschein für den ganzen Tag am Flughafen für 7,50 GBP (8,50 Euro) abholen durften, traf ich 3 weitere Leute aus NRW (30-jähriger Mann, 21-jähriger Mann, 21-jährige Frau), die in meinem Flieger nach Düsseldorf gewesen wären.
Wir beschlossen, uns zusammenzutun und die Heimreise selbst auf dem Landwege zu organisieren. Per Notebook und einloggen ins Wlan-Netz des Flughafens, versuchten wir also mehrere Busreisen nach Hause zu finden. Ohne Erfolg. Zug mit dem Thalys hätte 500 Euro pro Person gekostet, war also auch keine Alternative.
So entschlossen wir also irgendwie nach Dover zu kommen und dann mit der Fähre nach Calais und dann sähen wir mal weiter, wenn wir erst mal dort wären.
Wir fuhren also um 22.20 Uhr mit dem Zug vom Flughafen Gatwick nach London-Victoria-Station. Dort gab es aber keinen Zug nach Dover mehr, sondern nur noch einen Zug, der bis zu einem Örtchen namens Ramsgate, 20 Meilen vor Dover, fahren würde.
Also nahmen wir den.
Ankunft in diesem Örtchen war irgendetwas nach 1.00 Uhr nachts.
Eigentlich wollten wir von dort per Taxi nach Dover, aber in Ramsgate wollte der örtliche Taxiunternehmer nachts bei zweistelligen Minusgraden nicht mehr fahren.
Der Bahnhofsvorsteher, der den zweigleisigen Mini-Bahnhof eigentlich abschließen wollte, hatte jetzt Mitleid mit uns und schloss uns das Wartehäuschen zwischen den Gleisen 1 und 2 wieder auf und stellte uns auch den Heizlüfter an. Trotzdem war der Raum sicherlich nicht wärmer als 15°C.
Im kalten Wartehäuschen verharrten wir dann 3 ½ Stunden bis um 4.50 Uhr der erste Zug nach Dover fuhr.
Ich hatte also die 2 Nacht hintereinander jetzt draußen verbracht.
Zum Glück war es ja jetzt schon Montag morgen, also Wochentag. Am WE wäre der erste Zug nach Dover noch viel später gefahren.
Ankunft am Bahnhof Dover war um 5.24 Uhr. Es folgte eine kurze Taxifahrt zum Hafen von Dover, wo dann um 6.40 Uhr englischer Zeit die erste Fähre nach Calais losfuhr, was also nach Mitteleuropäischer Zeit (+1 Stunde gegenüber England) 7.40 Uhr war.
Also rief ich dann auf der Arbeit an, dass ich nicht kommen könne, da ich noch auf der Rückreise aus dem Urlaub war.
Ankunft am Hafen von Calais nach 1 ½ Stunden Fahrt war dann um 9.10 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.
Dort begegnete uns direkt ein belgischer Taxifahrer, der behauptete, einen Fahrgast für 500 Euro aus Brüssel nach Calais gefahren zu haben, da in Frankreich derzeit wegen dem Wetter keine Züge fahren würden. Er bot an, uns für die Hälfte, also 250 Euro, nach Brüssel fahren zu wollen.
Wir lehnten selbstverständlich ab.
Aber wenn er Recht hatte, entfiel also auch die Option Zugreise nach Düsseldorf.
So teilten wir 4 uns also auf und stellten uns jeder bei einem jeweils anderen Mietwagenstand an die Schlange, denn dort waren alle bekannten Mietwagenfirmen vertreten.
Das günstigste gab es von Avis, nämlich einen Audi A 3.
Leider sagten uns alle Mietwagenfirmen dass die Autos weder Navigationsgerät noch Winterreifen haben.
Da war uns allen wieder sehr mulmig bis sich die beiden anderen Männer zur Verfügung stellten dennoch zu fahren, zur Not eben, wie mein Bus aus Manchester, mit 50 km/h über den rechten Fahrstreifen zu kriechen.
Als wir an unserem Audi A 3 ankamen, hatten wir aber Riesenglück, denn es war ein Auto mit deutschem Kennzeichen (Paderborn) und der hatte, ohne dass die französischen Avismitarbeiter das wussten, sogar Winterreifen!
Und noch mal Glück: ca 5 Meter weiter fand ich im Schnee am Boden einen Ausdruck eines Fahrtweges zwischen Calais und NRW. Ich wette, den hatte bestimmt der Fahrer unseres Wagens aus Paderborn weggeschmissen gehabt.
So fuhren wir also um 11 Uhr in Calais los und brauchten für die 400 KM von Calais zum Düsseldorfer Flughafen 6 Stunden, da wir in Belgien 2 Stunden im Stau steckten.
Ich bin dann mit der S-Bahn und 20 Minuten Fußweg nach Hause. Ankunft 18 Uhr, also 51 Stunden mit 2 beinahe schlaflosen Nächten, nachdem ich das Hotel in Sharm el Sheikh für die Rückreise verlassen hatte!
Das wars.
Euer Oliver




