PSA-Turnier Kent Open in England, Teil 1 8. Juli 2012
Nach meinen mittlerweile 6 Einsätzen in Ägypten in den vergangenen 3 Jahren habe ich am vergangenem WE zum 1. Mal aufgrund einer ganz offiziellen Einladung im Land der 2. Großmacht des Squash geschiedst, nämlich beim 10.000 USD-PSA-Turnier Kent Open in Maidstone, der 50 KM südöstlich von London gelegenen Hauptstadt der Graftschaft Kent mit ca. 75.000 Einwohnern.
Maidstone ist die Heimatstadt der Reporter-Legende des englischen Squashplayer-Magazins, Alan Thatcher, der z.B. auch beim Canary Wharf-event und einem World-series-Turnier in den USA als Ansager- und Court-Interviewer fungiert.
Bei den Kent Open ist er der Turnierdirektor und im Grunde genommen „Mädchen für alles“.
Da seine Einladung an mich dort zu schiedsen relativ kurzfristig kam, konnte ich mir nicht für das komplette Turnier von der Arbeit freinehmen und so reiste ich erst am vorletzten Freitag, dem 1/4-Finaltag an.
Der Reisetag begann nach gerade 3 Stunden Schlaf morgens um 2.00 Uhr, da um 3.25 Uhr der Shuttle-Bus vom HBF Duisburg zum Flughafen Weeze ging, von wo es dann nach 2,5 Stunden unnötiger Rumsitzerei am Flughafen (weil es keinen passenderen Shuttle-Bus gibt) mit Ryanair zum Flughafen Stansted, nordöstlich von London ging.
Weiter mit einem weiteren Shuttle-Bus nach London-Victoria-Station und von dort mit dem Zug nach Maidstone, wo ich dann um 11 Uhr englischer Zeit (UK ist eine Stunde zurück) am Bahnhof von Maidstone ankam.
Dort holte mich Alan dann mit etwas Verzögerung persönlich ab, da ausgerechnet ab dem Tag derjenige vom Squashclub, denn er als Fahrer für die Spieler und mich organisiert hatte, arbeiten musste und so schnell kein Ersatz gefunden werden konnte.
Alan brachte mich erstmal zum östlich vom Bahnhof gelegenem Squashclub, da er vom Hotel wusste, dass dort vor 13 Uhr kein Check-Inn sein sollte.
Dort wurde ich dann auch von einem der dortigen Verantwortlichen des Vereines mit Vornamen Joe begrüßt, der mir auch sofort mitteilte, dass ich Getränke und Essen im Club an allen Tagen freihabe.
Welche Funktion er sonst dort hat, weiß ich nicht, aber u.a. kochte er an den Turniertagen dort für alle Teilnehmer des Turnieres. Besonders vorzüglich war sein nicht zu scharfes Thai-Curry mit Hühnerstücken.
Im club traf ich dann auch schon ein paar Spieler sowie die Nummer 2 der Mädchen-Weltrangliste Emily Whitlock mit ihrem Vater Phil, da Phil einen Ägypter dort coachen werde.
Alan fragte mich, ob es für mich ok sei, dass ich mir ein DZ mit jemand anderem teile, was z.B. auch ein Spieler sein könne. Natürlich bejahte ich dieses, unter der Bedingung, dass ich ein Spiel von diesem Spieler aber dann nicht schiedsen könne.
Als mich dann um kurz vor 13 Uhr ein Vater eines bereits ausgeschiedenen englischen Spielers zum Hotel fuhr, stellte sich letztendlich heraus, dass ich doch ein EZ im Hotel namens Hamlets bekam, welches am westlichen Rand der Stadt war, also 25 Minuten Fahrtweg vom Squashclub entfernt.
Die 1/4-Finalspiele sollten um 17.30 Uhr beginnen, also machte ich mit Alan aus, dass ich um 16 Uhr abgeholt werden würde, nachdem ich im Hotel wenigstens 2,5 Stunden des in der Nacht verpassten Schlafes nachgeholt hätte.
Alan schrieb derweil einen Zwischenbericht auf einer bekannten englischen online-Squash-Seite (deren Namen ich der Squashnet-Redaktion zum Gefallen nicht nennen soll), wo er meine Ankunft sogar mit Namen und Foto erwähnte
Leider kam der kurzfristig organisierte Ersatzfahrer aber erst um 16.50 Uhr, so dass ich erst eine 1/4-Stunde vor dem 1. Spiel im Club war
Zeit fürs Thai-Curry blieb dann leider natürlich nicht mehr, aber Joe hatte zum Glück gerade frisch gemachte überbackene Toast fertig.
Jetzt lernte ich dann auch die Oberschiedsrichterin kennen, die sich ab dem 1/4-Finale mit mir beim Schiedsen und Markern abwechseln sollte.
Es ist eine Dame im Pensionsalter, die ich zufällig sogar vom Sehen her kannte, da wir zusammen bei der Team-EM 2006 in Wien geschiedst hatten.
Sie erinnerte sich an mich aber nicht mehr.
Sie hatte mit Alan abgestimmt, dass sie das 1. und 3. Viertelfinalspiel schiedse und ich markere sowie umgekehrt.
Somit kam es also so aus, dass sie beide Spiele schiedste in denen ein Engländer beteiligt war, während ich die beiden Spiele schiedste, in denen zwei nicht-Engländer gegeneinander spielten.
Wenn ich OSR gewesen wäre, hätte es logischerweise genau andersherum gemacht.
Der Club hat 4 Squash-Courts, die jeweils nur winzig Platz vor der Glastüre boten, so dass bei allen Courts von oberhalb des Courts geschiedst würde, aber ab dem 1/4-Finale wurde ja eh nur auf einem Court alle Spiele hintereinander gespielt.
Die Spiele von diesem Center Court wurden per Kamera auf ein TV-Gerät in Sichtweise der Theke übertragen, so dass die Zuschauer auch sehen können, was sie an Geräuschen von unten kommend hören können.
Von den 1/4-Finalspielen, bei denen sich jeweils die Favoriten durchsetzten, gab es nichts besonderes zu berichten, außer dem running-Gag meiner vorherigen Berichte, dass ich mit dem 80-Minutenspiel des Dänen Kristian Frost gegen den Franzosen Lucas Serme mal wieder das längste Spiel des Turnieres schiedste.
Der Freitag Abend klang dann doch noch mit dem excellenten Thai-Curry und einem Schlaftrunk aus, bevor mich die Frau von der Clubtheke in Begleitung ihres 16-jährigen Sohnes um 23.00 Uhr ins Hotel zurückfuhr.
Frühstück gab es am WE dort zum Glück bis 10.00 Uhr, so dass genug Zeit zum Ausschlafen blieb.
Das Frühstück war einem englischen 3-Sterne-Hotel angemessen. Es gab also neben dem typisch englischen warmen Frühstück auch mehrere Brötchensorten für Kontinentaleuropäer und auch Cornflakes usw.
Wie schon einen Monat vorher in Helsinki schien auch hier die Sonne, so dass ich den halben Samstag bis zur Abholung für die 2 Spiele am frühen Abend im Hotelgarten verbringen konnte.
Mit der Abholung klappte es aber wieder nicht so ganz wie geplant, so dass ich dann letztendlich mit dem englischen Spieler Chris Simpson, der das erste der beiden 1/2-Finalspiele haben sollte, in dessen Auto mit zum club fuhr.
Dadurch war ich dann aber wenigstens nicht wieder erst kurz vor Spielbeginn dort.
Interessenkonflikt durch diese gemeinsame Fahrt im Auto eines Spielers entstand nicht, da der Linie treu geblieben wurde, dass die OSR´in das 1/2-Finalspiel mit Beteiligung des englischen Spilers schiedste.
Der Engländer Chris Simpson setzte sich dann auch gegen den Dänen Kristian Frost im zweitlängsten Spiel des Turniers durch.
Teil 2 folgt morgen!




